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SCHIERSTEIN24 - Veranstaltungen, Termine und Aktuelles

 

Sanierung oder Neubau von Hafenschule und Erich-Kästner-Schule

20.05.2021
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Hafenschule

Erich-Kästner-Schule
Fotos: © Walter Richters

Mit Schreiben vom 18.05.2021 berichtet das für Sanierung und Neubau der Schiersteiner Schulen zuständige Dezernat über nachstehenden Zwischenstand:

Direkt im Anschluss an die Weihnachtspause wurden erste Gespräche unter Federführung der Schulentwicklungsplanung mit dem Ziel geführt, eine bauliche Erweiterung für die Schulen am jeweiligen Standort zu realisieren. Dabei hat sich herausgestellt, dass gerade für die Betrachtung des Altstandortes Hafenschule im Hinblick auf eine bauliche Neuordnung im Vorfeld einer architektonischen Betrachtung zunächst Gespräche mit Denkmalschutzbehörden und auch mit dem für den Hochwasserschutz zuständigen Regierungspräsidium Darmstadt ratsam sind. Diese Gespräche haben inzwischen zu einem Teil stattgefunden und haben wichtige Erkenntnisse für das weitere Vorgehen geliefert, zum Teil dauern sie auch noch an.

Parallel zu diesen Fachgesprächen und auch einer Bestandsaufnahme in einem Termin mit dem Ortsvorsteher und der Schulleiterin der Hafenschule wurde die WiBau gebeten, Überlegungen bezüglich der Vergabe von zwei Machbarkeitsstudien anzustellen.

Aus all diesen Vorgesprächen und Prüfungsaufträgen lässt sich folgender Sachstand für die beiden Projekte zusammenfassen:

Hafenschule:

Die WiBau hat im Auftrag des Schulamtes ein geeignetes Architekturbüro beauftragt, das gebeten wird, eine Machbarkeitsstudie für den Standort Hafenschule zu erarbeiten. Der Auftakttermin mit dem Büro wird Ende Mai / Anfang Juni stattfinden, Grundlage für die Machbarkeitsstudie sind das Raumprogramm der Hafenschule sowie die Ergebnisse der verwaltungsinternen Vorgespräche (Denkmalschutz / Hochwasserschutz). Die Turnhalle soll auf dem Gelände der Erich Kästner-Schule nachgewiesen werden.

Erich Kästner-Schule:

Auch für die Erich Kästner-Schule ist eine Machbarkeitsstudie vorgesehen. Diese soll von dem Büro erarbeitet werden, dass die bisherigen Planungen für einen gemeinsamen Schulcampus erstellt hat. Grundlage für diese Studie ist der Auftrag, eine handballtaugliche und ausreichend dimensionierte 2,5-Feld-Halle auf dem Gelände der Erich Kästner-Schule zu planen und dabei zudem den gesamten Gebäudezustand der Pavillons zu untersuchen. Mit in diese Machbarkeitsstudie aufzunehmen sind die Raumanforderungen der Erich Kästner-Schule, um ggf. neben einer baulichen Verbesserung auch die entsprechende Erweiterung in dem Gesamtvorhaben umsetzen zu können.

Ich hoffe, dass beide Architekturbüros noch vor der Sommerpause mit den Arbeiten an ihren jeweiligen Schulen bzw. Schulstandorten beginnen können, kann aber nicht verhehlen, dass die Arbeitsbelastung nicht nur bei Planungsbüros, sondern auch bei unserer städtischen Baugesellschaft WiBau und der Abheilung Schulbau ausgesprochen hoch ist.

Sobald die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vorliegen, werde ich den Ortsbeirat gerne in Kenntnis der Studie setzen, bis dahin bitte ich um Verständnis, dass ich zunächst die Arbeit der beteiligten Büros abwarten möchte. Aufgrund einer terminlichen Überschneidung kann ich die nächste Ortsbeiratssitzung am 16. Juni leider nicht wahrnehmen.

Mit freundlichen Grüßen
Axel Imholz


Wenn Sie sich für die Vorgeschichte interessieren:

In der Sitzung des Schiersteiner Ortsbeirats am 16.12.2020 kam es so wie befürchtet. Alles steht auf „Null“ bei Neubau oder Sanierung von Hafenschule und Erich-Kästner-Schule. Dadurch sind viele Jahre im Endeffekt ungenutzt verstrichen, in denen die Schülerinnen und Schüler unter unzumutbaren Bedingungen unterrichtet wurden, in denen Containerlösungen schon jetzt viel Geld verschlungen haben. Nach Aussage des städtischen Schulamtes sind folgende Planungen gescheitert:

  1. Sanierung der Hafenschule am alten Ort mit Erhalt der bisherigen Sporthalle. Das Gelände ist zu klein, um dort eine Schule zu bauen, deren Raumprogramm modernen Anforderungen genügt und die sich trotzdem in verträglicher Weise in das jetzige Ortsbild einfügt.
  2. Bau von Hafenschule und Erich-Kästner-Schule auf dem jetzigen Gelände der Erich-Kästner-Schule. Da reicht der Platz ebenfalls nicht, obwohl die ersten Aussagen der Ämter anders lauteten.
  3. Neubau der Erich-Kästner-Schule westlich des Sportplatzes an der Kleinaustraße. Hier gibt es dem ersten Optimismus der Ämter zum Trotz keine Ausnahmegenehmigung des Regierungspräsidiums Darmstadt für das Bauen im Wasserschutzgebiet.
  4. Verlegung der Erich-Kästner-Schule nach Biebrich an die Rheingaustraße neben der Schiersteiner Brücke. Hier hat der Ortsbeirat ein einmütiges Veto eingelegt (Gründe: Wenig geeignetes Umfeld, schlechte Busanbindung, Kästnerschule soll in Schierstein bleiben).

Das alles war sicherlich kein Ruhmesblatt für die beteiligten Ämter, um es mal höflich auszudrücken.

Aktueller Stand ist, dass es jetzt eigentlich keine wirkliche Planung mehr gibt, sondern nur eine Idee, nämlich Sanierung und Neubau der beiden Schulen jeweils am jetzigen Platz. Dabei soll die Sporthalle der Hafenschule abgerissen werden, damit mehr Platz zur Verfügung steht, also die unter 1. genannten Hindernisse vielleicht entfallen. Die Mehrfelder-Sporthalle für beide Schulen käme dann auf das Gelände der Erich-Kästner-Schule. Das Ganze ist aber, wie bereits gesagt, bislang nur eine Idee.

Eine konkrete Planung für diese Idee wird allerdings erst nächstes Jahr beauftragt. Im ungünstigsten Fall kommt dann irgendwann, vielleicht in der zweiten Hälfte 2021, heraus, dass auch dieser Plan doch nicht realisierbar ist, sei es beispielsweise aus Gründen des Denkmalschutzes oder weil der Platz doch nicht reicht. Und dann? Auf diese Frage kam die Antwort, dass man dann ganz kreativ über eine andere Lösung nachdenken müsse, was übersetzt heißt: Dann stehen wir wieder mal am Anfang und das Trauerspiel bietet den nächsten Akt.

Für den Fall, dass die neue Idee umsetzbar ist, war dem Ortsbeirat allerdings sehr wichtig, dass beide Schulen weiterhin mit hoher Priorität behandelt werden, dass also beispielsweise die Erich-Kästner-Schule bei der Realisierung nicht „hinten runterfällt“ und wieder nach hinten geschoben wird.

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