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Söhnlein-Prunkhalle im „Quartier Söhnlein“

Historische Fotos


Söhnlein-Prunkhalle um 1900
mit freundlicher Genehmigung der Henkell & Co. Sektkellerei KG


Prunksaal in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts
mit freundlicher Genehmigung der Henkell & Co. Sektkellerei KG

Aktueller Zustand


Prunkhalle 2020
Foto: © Walter Richters

Als Antwort auf einen Antrag, in dem der Zustand 2020 der Prunkhalle zum Thema gemacht wurde, erhielt der Ortsbeirat über das zuständige Dezernat in einem Schreiben vom 4. November 2020 folgende Antwort der „Unteren Denkmalschutzbehörde“:

Die sogenannte „Prunkhalle“ ist Bestandteil der als Kulturdenkmal (Sachgesamtheit) geschützten ehemaligen Grundweinkellerei in der Schneebergstraße in Wiesbaden-Schierstein. Bei dem Gebäude handelt es sich ursprünglich um einen Gebäudeteil eines ehemaligen Maschinenhauses der Portlandzement-Fabrik Bertina & Pfeiffer. 1893-95 wurde dieser im Zuge der Errichtung der Grundweinkellerei aufwendig zur bildprägenden Prunkhalle umgebaut und umgestaltet.

Das Landesamt für Denkmalpflege Hessen führt zur Prunkhalle aus:

Die neogotische Prunkhalle erhebt sich zweigeschossig an der Nordseite des Kellers. Diesem ist sie nicht direkt funktional zugeordnet, aber baulich verbunden. Ihre ursprünglich reiche historisierende Fassadendekoration ist nur an wenigen versteckten Stellen erhalten geblieben. Der quadratische Festsaal wird von zwei zweigeschossigen Anbauten flankiert. Der westliche Raum weißt noch eine reich verzierte, schmiedeeiserne Wendeltreppe auf. Zudem hat sich im Obergeschoss die Tür in das heute nicht mehr vorhandene Ecktürmchen erhalten. Der Festsaal ist überaus prächtig gestaltet: das auf weingeschmückten Konsolen ruhende, vielteilige Sterngewölbe im Innenraum und der Mosaikfußboden, dessen äußere Bordüre an den vier Ecken in einem Dreipass je ein Rheingoldglas und Sektkometen und auf mittig angeordneten Banderolen die Inschrift „Rheingold“ zeigt, sind ein aufwendiges Beispiel historisierender Repräsentationsarchitektur des späten 19. Jahrhunderts und damit von hohem künstlerischen Wert. Ursprünglich war die Halle von einer Galerie umgeben, unter der sich ein Umgang mit Gewölbe befand. […] Die Prunkhalle besitzt sakralen Charakter, nicht zuletzt durch die hohen gotischen Fenster. Genutzt wurde sie für Produktpräsentationen und Festlichkeiten.

Nach intensiven Vorberatungen durch die „Untere Denkmalschutzbehörde“ konnte im Mai 2018 für die Prunkhalle eine Baugenehmigung für den Umbau zu einem Mehrfamilienwohnhaus mit insgesamt fünf Wohneinheiten erteilt werden. Diese Baugenehmigung hat weiterhin Bestand; zu einer Umsetzung dieser Planung ist es bisher jedoch nicht gekommen. Nach unserer Kenntnislage wurde das Gebäude zwischenzeitlich zusammen mit der gültigen Baugenehmigung veräußert und wird derzeit zum Weiterverkauf angeboten. Mehrere Architekten und Kaufinteressenten haben daraufhin bei der „Unteren Denkmalschutzbehörde“ die Möglichkeit der Beratung in Anspruch genommen. Vornehmlich wurden dabei die Nutzungs- und Umbaumöglichkeiten und die denkmalpflegerischen Anforderungen besprochen.

Obwohl das Gebäude aktuell in einem optisch wenig ansprechenden Zustand ist, besteht für die Bausubstanz nach Einschätzung der Denkmalschutzbehörde keine aktuelle Substanzgefährdung. Sämtliche Fenster und Türöffnungen sind verschlossen und das Dach weist keine Beschädigungen auf, so dass mit keinem erhöhten Wasser- und Feuchtigkeitseintrag in das Gebäude zu rechnen ist. Gründe, die Sanierung des Gebäudes durch den Eigentümer auf Grundlage des hessischen Denkmalschutzgesetzes zu veranlassen, sind in der derzeitigen Situation daher nicht gegeben. Ungeachtet dessen ist die „Untere Denkmalschutzbehörde“ an einer baldigen Lösung gelegen, weshalb sie weiterhin für die Beratung von Kaufinteressenten zur Verfügung steht.

  Antrag im Ortsbeirat
  „Prunkhalle“ im Stadtplan
  Informationen zum „Quartier Söhnlein“