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SCHIERSTEIN24 - Veranstaltungen, Termine und Aktuelles

 

Bismarksaue

14.02.2016
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Für die Zukunft der Schiersteiner Bismarksaue gibt es ja einige Ideen:

•    Naherholungsgebiet
•    Schutzgebiet nach FFH-(Fauna-Flora-Habitat-)Richtlinie
•    Integration in den Regionalpark RheinMain

Mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt und dem Vereinsheim des Angelsportvereins werden wir dort leben müssen, und auch die DLRG-Station ist natürlich unumstritten. Es gibt aber zwei weitere Flächen, die nicht ganz zu den obigen Vorstellungen passen: das ehemalige CEMEX-Betonmisch-Gelände im Osten und die Reste des ehemaligen Tankdienstes Rein im Westen. Das alte CEMEX-Gelände wird augenblicklich dringend für den Neubau der Schiersteiner Brücke benötigt, so dass erst ab 2019 über einen Rückbau im Sinne der obigen Ziele nachgedacht werden kann.

BeimTankdienst Rein gibt es folgenden Sachstand:

Verursacher der vorhandenen Bodenbelastungen ist die Firma Rein. Grundstückseigentümer ist der Bund, vertreten durch das Wasser- und Schifffahrtsamt Bingen.

Zum Umgang mit den Bodenbelastungen, es handelt sich um einen nutzungsbedingten Mineralölschaden im Bereich der ehemaligen Befüllstationen, wurde von der Firma Rein seinerzeit ein Konzept vorgelegt. In diesem ist dargestellt, dass ein natürlicher mikrobieller Abbau der Schadstoffe erfolgt. Deshalb wurde vom Maßnahmenverantwortlichen keine aktive Sanierung, sondern eine Langzeitüberwachung des Standortes vorgeschlagen. Das Regierungspräsidium in Darmstadt hat im Jahr 2002 per Bescheid der Langzeitüberwachung zugestimmt. Es wurden jährlich Stichtagsmessungen durchgeführt, um den prognostizierten Schadstoffabbau zu überwachen.

Zur Verhinderung des Abtrags von belastetem Oberboden durch Niederschlags- bzw. Überschwemmungsereignisse bleibt die Oberflächenversiegelung erhalten.

Eine Rückfrage, wie lange es denn geplant sei, das Monitoring fortzusetzen, ergab dann folgende Information:

Es ist vorgesehen, die Langzeitüberwachung der ehemaligen Betriebsfläche der Firma Rein zunächst bis zum Jahre 2025 zu verlängern. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Oberflächenversiegelung zu erhalten. In Abhängigkeit von den Monitoringergebnissen wird dann über die weitere Vorgehensweise entschieden.

Das obige Foto zeigt den Blick von der Dyckerhoffbrücke auf das Gelände. Der Ortsbeirat war nicht begeistert von der Aussicht, dass die Reste des Tankdienstes Rein als „Oberflächenversiegelung“ noch über zehn Jahre lang unser Naherholungsgebiet Bismarksaue „zieren“ werden. Ein wenig stellt sich auch die Frage, ob der Verursacher der Umweltbelastung nicht ganz gnädig davongekommen ist. Daher haben alle Fraktionen sich für die nächste Sitzung auf einen gemeinsamen Antrag geeinigt:

  Antrag zur Sitzung am 28.10.2015

Der Wiesbadener Kurier hat sich inzwischen auch mit dem Thema beschäftigt:

  Presseartikel vom 13.10.2015

Mit Datum vom 09.12.2015 gab es dann als Antwort auf den obigen Antrag ein Schreiben des zuständigen Dezernats für Umwelt und Soziales. Darin wird informiert, „dass die Stadt Wiesbaden derzeit keinen Zugriff auf die Grundstücke hat, die sich in der Liegenschaftsverwaltung des Wasser- und Schifffahrtsamtes befinden. In der Vergangenheit hat es mehrfach Gesprächsversuche des Umweltamtes mit den zuständigen Mitarbeitern des Wasser- und Schifffahrtsamtes gegeben, die bedauerlicherweise zu keinem Erfolg geführt haben.“ 

Daraufhin hat der stellvertretende Ortsvorsteher Walter Richters einen Brief an das Wasser- und Schifffahrtsamt in Bingen geschrieben, in dem auch auf den oben erwähnten Antrag und Beschluss des Ortsbeirats hingewiesen wurde. In der Antwort des Amtes werden gewisse Verbesserungen noch vor 2025 in Aussicht gestellt:

  • Neue Umzäunung des Geländes. Hierfür sollen dann im Vorfeld im gebotenen Maße auch einige Rückschnittmaßnahmen durchgeführt werden.
  • Rückbau von Betonresten und des ehemaligen Hafenladens sowie Entsorgung des Abbruchmaterials nach vorheriger Artenschutzprüfung.

Termine wurden dabei nicht genannt, sondern nur darauf hingewiesen, dass die Umsetzung abhängig von zur Verfügung stehenden Personalressourcen und Haushaltsmitteln ist.

Ungefähre Lage des belasteten Geländes
Ungefähre Lage des belasteten Geländes

 Einen Gesamtüberblick über Altlasten bekommen Sie bei Interesse hier:

  Altablagerungen und Verdachtsflächen in Schierstein

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